Impuls / Predigt

Himmelfahrt ist Vatertag

Pfarrer Matthias Adt

Was feiern Sie morgen? Himmelfahrt oder Vatertag?

Feiern Sie doch beides! Himmelfahrt ist Vatertag. Denn Jesus ist nun wieder bei seinem himmlischen Vater. Endlich daheim.

Damit wird klar: Alles, was Jesus gesagt und erlebt hat, war nicht Unfall und nicht Zufall. Es kam aus einer einmalig starken Beziehung zwischen Vater und Sohn. „Wer mich sieht, der sieht den Vater“ – Originalton Jesus.

Was sehen wir denn an Himmelfahrt? Nichts. Außer einer Wolke, die Jesus verhüllt. Warum diese Wolken-Show? Damit klar ist: Jesus ist nicht weg, sondern unsichtbar da. Beim Thema Wolke fällt den erstarrt starrenden Freunden von Jesus übrigens gleich eine uralte Prophezeiung ein: Der Richter am Ende der Zeit, die letzte Instanz der Weltgeschichte, wird auch aus einer Wolke treten…

Die Freunde ahnen: Das heute ist kein Abschied, sondern jetzt geht´s weiter…

Am besten verstehen wir´s, wenn wir in die Bibel schauen: Apostelgeschichte 1:

„Herr, wann schaffst Du denn nun endlich Frieden?

Wann endlich hört die Ungerechtigkeit auf, die Gemeinheit, der Streit, die Sorge, die Schmerzen, die Langeweile, der Tod?“

40 Tage lang, seit Ostern, war die Herrschaft Gottes Gesprächsthema zwischen Jesus und seinen Freunden. Die Sehnsucht wuchs. Die Ungeduld auch. Die Fragen blieben. An Himmelfahrt gibt Jesus eine vierfache Antwort:

1) Das Friedensreich kommt, wenn ich wieder komme. 2) Wann, weiß nur der Vater. Sonst niemand. 3) In der Zwischenzeitmüsst und sollt ihr nicht aus eigener Kraft leben, sondern aus einer anderen Kraftquelle: Dem Geist, den der Vater euch gibt (und der euch an mich erinnert). 4) Ihr seid Zeugen: Das weitergeben, was ihr von mir mitbekommen habt. Überall. Jederzeit.

Aber hallo, ist das eine Antwort auf die Fragen der Freunde?

Auf den ersten Blick nicht. Aber auf den zweiten: An Himmelfahrt beantwortet Jesus nicht alle unsere Fragen, sondern stellt uns den Vater vor. Der für uns sorgt. Der den Überblick hat. Das weiß jedes Kind: Einen starken, verlässlichen Vater zu haben ist viel wichtiger, als alle Probleme der Welt zu managen. Der himmlische Vater ist auch mein Herr. Darf er?

Wenn er darf, wird deutlich: Himmelfahrt heißt Herrschaftswechsel.

Es gibt noch eine andere Herrschaft als die der Spekulanten, Piraten, Vulkane und Hormone. Die Herrschaft des Vaters. Zum Glück! An Himmelfahrt feiere ich die Väterlichkeit des himmlischen Vaters, der mir zeigt, wie wahre Vaterschaft aussieht. Und der seinen Sohn und mich bei sich haben will.

Also dann – einen fröhlichen Vatertag!

Pfarrer Matthias Adt, Dußlingen

Geschrieben am 11.05.2010


  

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