Impuls / Predigt

Annerkennung, Wertschätzung, ...

… Annahme, in diesen Worten wohnt ein Zauber! Wie tief es unsere Seele wärmt, wenn wir gewürdigt werden, aufrichtiges Lob bekommen oder ehrlichen Dank erhalten. Wie gut tut die Erfahrung, wenn keine Zweifel bestehen, dass es von Herzen kommt. Für mich sind es besondere und - hier passt das schon manchmal etwas abgedroschene Wort -  nachhaltige Momente, wenn ich schöne, motivierende und Mut machende Worte und Sätze höre. Solche Worte, Gesten oder Umarmungen sind Augenblicke, die entlasten sowie Freude und Ruhe schenken.

Auf SpiegelOnline ist in diesen Tagen ein Video aus den USA zu sehen. Schüler wurden dabei gefilmt, wie sie von ihren Lehrern wertschätzende Rückmeldungen bekamen. So wie folgenden Satz: „Ich habe dich ausgesucht, weil du mich jeden Tag inspirierst, einen besseren Job zu machen und ich schätze es, wie hart du arbeitest.“ Wir sehen im Video in strahlende junge Gesichter, Tränen kullern die Wangen runter. Der Gänsehautmoment ist spürbar für den Betrachter und berührt.

Dieses Video ist ein Beispiel dafür, welche Wandlungskraft in positiven Rückmeldungen und in der Anerkennung liegen und wie groß die Sehnsucht danach ist.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie selbst im Alltag, in Beziehungen, in der Familie, in der Arbeit, im Ehrenamt und wo auch immer Wertschätzungen erfahren, die Sie berühren und die in der Schatzkiste ihrer Seele einen festen Platz finden. Unzerstörbar.

In anerkennenden und wertschätzenden Worten und eben solchem Verhalten liegt eine Energie, eine Kraft, die Beziehungen und Situationen verwandeln kann. Auch in der Bibel finden sich zahlreiche Geschichten dieser Wandlungskraft. Jesus konnte das besonders gut, Menschen wertschätzen. Ihnen ihren eigentlichen Wert wieder zukommen lassen. Ihnen sagen, dass sie wichtige Menschen sind und gebraucht werden. Und dass es gerade auf sie ankommt. Ausgerechnet den wenig geachteten Zöllner Zachäus will Jesus bei seiner Durchreise kennenlernen und bei ihm Rast machen. Er sieht ihn, den kleinen Betrüger, in seinem Baumversteck und holt ihn in die Mitte. Zachäus freut sich. Aus Ängsten und schlechtem Gewissen wird Wiedergutmachung und Aufnahme in die Gemeinschaft. Ein neues Leben beginnt. Welche Wandlungskraft in der Anerkennung der Person liegt! Sie schafft den Dialog, setzt Kräfte frei, führt Menschen wieder in Beziehung und in Freude, ist Quelle der Verwandlung und Entlastung.

Diakon Uwe Gieseler, Diakonisches Werk Tübingen

Geschrieben am 10.03.2017


  

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