Jahresthema 2009/2010
Worte finden für den Glauben
Das Thema nimmt ein zentrales Anliegen der Reformation auf:
Dass Menschen zu mündigen Christen werden, die ihren Glauben selber artikulieren können.
Damals ging es darum, das Kirchenvolk zu befähigen, zu singen und zu sagen, was sie glauben.
Aufgrund des starken Traditionsabbruchs und einer zunehmenden religiösen Vielfalt ist heute eine ganze Generation gefordert, gemeinsam neue Wege aus der Sprachlosigkeit in Glaubensfragen zu finden.
Dabei spielt ein „Handgepäck des Glaubens“ eine Rolle, also das, was man gelernt hat:
- Lieder (Kernlieder), Bibelworte,
- Merkworte aus erbaulicher Literatur, Zitate aus der Literatur,
- Katechismus, Glaubensbekenntnisse und zentrale Gebetstexte,
- Vorbilder religiösen Lebens, Glaubensbiographien,
- Feste im Kirchenjahr, Sakramente und Kasualien.
Die Sprachfähigkeit des Glaubens zielt darauf, dass die Gemeindeglieder fähig werden, in unterschiedlichen Situationen auskunftsfähig zu werden über das, was sie glauben. Insbesondere geht es um den Themenkreis der sog. Kontingenzbewältigung, also beispielsweise:
- Gespräch über Glück, Erfolg, Gelingen, Misslingen;
- Gespräch über Begleitung, Betreuung, Unterstützung im Alter,
- Gespräch über Gesundheit, Gesundheitsvorsorge, gesund leben;
- Gespräch über Krankheit, oder mit Kranken;
- Gespräch über Sterben und Tod, sprechen mit Sterbenden;
- Gespräche in Situationen von öffentlichem Unglück;
- Gespräche mit Menschen anderen Glaubens und anderer Religionen;
In all diesen Situationen kommt es auf Authentizität und Glaubwürdigkeit der Person an.
Kommentar:
Dieses Thema soll zunächst die Gemeinden nach innen stärken. Wenn die Kirche über den Glauben, d.h. über ihr Eigenes sprachfähig wird, hat das in jedem Fall öffentliche Wirkung. Denn es zielt auf Kommunikation.
In dem Thema kann man an das Reformationsjubiläum 2009 (475 Jahre Reformation in Württemberg) unterbringen.
Man kann die unterschiedlichen Arbeitsfelder der Kirche ansprechen: Kindergarten, Familienbildung; Jugendarbeit; Besuchsdienste; etc.
Man kann die unterschiedlichen Berufsgruppen einbeziehen: Kirchenmusiker, ErzieherInnen, SeelsorgerInnen, etc.
Man könnte unter diesem Thema eine Bezirkssynode zum Thema „Bildung“ veranstalten.
Einsetzung einer Arbeitsgruppe:
Zur Ausarbeitung des Themas und seiner Umsetzung ist eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Bildungsreferentin Karola Vollmer bei der Erwachsenenbildung eingerichtet werden.
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