Diakonie: Suchtberatung in Kooperation mit Drogenhilfe

Professor Martin Beck

Die Suchtberatung des Diakonischen Werks Tübingen soll in evangelischer Trägerschaft bleiben, aber ab 2009 im Rahmen einer Interessengemeinschaft zusammenarbeiten mit dem Baden-Württembergischen Landesverband für Prävention und Rehabilitation (BWLV), der ehemaligen Tübinger Drogenhilfe.

Das beschlossen die 126 Delegierten der Bezirkssynode des Evangelischen Kirchenbezirks Tübingen in ihrer Sitzung am Montag, 14. Juli im Tübinger Stephanus-Gemeindezentrum.

Die Suchtberatung des Diakonischen Werks Tübingen mit ihren gegenwärtig zwei Personalstellen sei zu klein und in ihrer Zielsetzung – vorwiegend für Konsumenten legaler Drogen wie Alkohol – auch zu spezifisch, erklärte der Bezirkssynodale Siegfried Hoch, im Hauptberuf Direktor des diakonischen Jugendhilfe-Vereins Sophienpflege in Tübingen-Pfrondorf. Im Auftrag des Kirchenbezirks hatte er deshalb mit drei potenziellen Kooperations- oder Übernahmepartnern verhandelt; neben dem BWLV waren dies der Diakonieverband Reutlingen und die Zieglerschen Anstalten in Wilhelmsdorf. Entscheidend sei dabei gewesen, dass die zwei bisher getrennt arbeitenden Tübinger Suchtberatungsstellen – die des Diakonischen Werks für Alkoholabhängige und die des BWLV für Drogenabhängige – im Sinne der Betroffenen zusammengelegt werden sollten, weil viele Suchtkranke nacheinander oder gar gleichzeitig mehrere Abhängigkeiten durchmachten. Der evangelische Kirchenbezirk sei trotz des steigenden Finanzbedarfs bereit gewesen, seine Trägerschaft weiterzuführen, deshalb habe man sich gegen eine Übernahme durch einen externen diakonischen Träger und für die Zusammenarbeit mit dem BWLV entschieden. Dazu soll nun zum Jahresbeginn 2009 zusammen mit dem BWLV eine so genannte Innen-Gesellschaft bürgerlichen Rechts (Innen-GbR) gegründet und neue Räume für eine gemeinsame Beratungsstelle in der Nähe des Westbahnhofs angemietet werden. Die Personalstellen blieben in vollem Umfang erhalten, erklärte Siegfried Hoch.

Ihre Kindertagesstätten werden die evangelischen Kirchengemeinden Rottenburg und Kusterdingen voraussichtlich zum 1. Januar 2009 in die Trägerschaft des Evangelischen Kirchenbezirks Tübingen überführen, berichtete Schuldekan Hans-Joachim Heese. Die Verantwortung für die religionspädagogische Betreuung und für die Gebäude bliebe dabei zwar bei den Gemeinden, im Personalbereich hoffe man durch die übergreifende Struktur aber auf einen Gewinn an Flexibilität für die Erzieherinnen und in der Verwaltung auf eine Entlastung der Gemeinden. Weitere Kirchengemeinden hätten bereits Interesse an der im vergangenen Jahr neu beschlossenen Möglichkeit einer Übertragung der Trägerschaft von Kindertagesstätten an den Kirchenbezirk angemeldet, erklärte der Synodalvorsitzende, Professor Martin Beck.

Dekan Samuel Fonki (links) und die Kameruner Delegation bringen die Tübinger Bezirkssynode zum Singen und TanzenDie noch bis zum 24. Juli auf Besuch weilende achtköpfige Delegation aus dem Partner-Kirchenbezirk East Mungo South in Kamerun brachte afrikanisches Temperament in die Sitzung: Die 126 Bezirksdelegierten tanzten, sangen und klatschten zu einem Lied, das die Gäste vortrugen. Dekan Samuel Fonki stellte seinen Kirchenbezirk vor, zu dem rund 18.000 evangelische Christen in 76 Kirchengemeinden mit 24 Pfarrerinnen und Pfarrern gehören, außerdem zwei evangelische Krankenhäuser, mehrere Grundschulen und eine Sekundarschule. Gesundheits-, Sozial- und Bildungsarbeit nannte Fonki als wichtigste Arbeitsschwerpunkte neben der Evangelisation: In jeder Kirchengemeinde widme sich ein Komitee der Bekämpfung von Aids. Die christlichen Schulen und eine christliche Universität hätten es sich zur Aufgabe gemacht, moralisch starke Persönlichkeiten zu schulen. Die Spenden von Gemeindegliedern aus dem Evangelischen Kirchenbezirk Tübingen seien bisher einem Aidswitwen-Fonds, dem Kirchenbau und dem Ausbau des Schulsystems zugute gekommen, erklärte der Dekan. Die Tübinger Bezirkssynode beschloss einstimmig, das Bezirksopfer 2008 in einer erwarteten Höhe von rund 8.000 Euro für diese Projekte des Kameruner Partnerbezirks zur Verfügung zu stellen. Wichtiger als alle Spendenprojekte sei aber die tiefe spirituelle Verbundenheit zwischen Christen in Kamerun und im Bezirk Tübingen, sagte Fonki: „Gott segne Ihre Gastfreundschaft, er lasse uns gemeinsam Christus entgegenwachsen!“


Neu gewählt wurden außerdem die letzten drei noch zu besetzenden Bezirksgremien. Folgende Bezirkssynodale wurden gewählt (in der Reihenfolge der Stimmenzahl):

Dekanswahlausschuss

10 Mitglieder:

Siegfried Hoch
Roland Hechler, Unterjesingen
Barbara Migge, Tübingen
Birgit Auth-Hofmann, Hagelloch
Pfarrer Jürgen Huber, Rottenburg
Pfarrerin Sabine Löw, Unterjesingen
Pfarrerin Gudrun Bertsch, Hagelloch
Pfarrer Manfred Harm, Bebenhausen
Pfarrer Daniel Trostel, Remmingsheim
Veronika Kroll, Mössingen

10 Stellvertreter:

Pfarrerin Christine Eppler, Wankheim
Dr. Gottfried Roller, Lustnau
Eveline Stützer, Kirchentellinsfurt
Rainer Fritz, Mössingen
Hanjo Walter, Tübingen
Helmut Baumann, Gomaringen
Roswitha Kessler, Bodelshausen
Dr. Christian Herrmann, Derendingen
Pfarrer Reinhard Spielvogel, Gomaringen
Pfarrer Wolfgang Kocher, Weilheim

Schuldekanswahlgremium

1 Mitglied:

Margarete Wolf, Kirchentellinsfurt

Pfarrstellenbesetzungsgremium

10 Mitglieder:

Heide Mattheis, Rottenburg
Rainer Fritz, Mössingen
Peter Klett, Dußlingen
Albert Hörz, Öschingen
Birgit Auth-Hofmann, Hagelloch
Barbara Migge, Tübingen
Fritz Schuller, Pfrondorf
Rainer E. Müller, Tübingen
Dr. Christian Herrmann, Derendingen
Prof. Martin Beck, Gniebel

Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 15.07.2008.


  
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