„Nichts korrumpiert Menschen so sehr wie Macht“

Professor Martin Beck

Ein „Einmaleins der Macht“ hat der Unternehmensberater und Honorarprofessor Martin Beck aus Pliezhausen (Kreis Reutlingen) verfasst. Der Autor ist im Ehrenamt stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender der Reutlinger BruderhausDiakonie sowie Vorsitzender der Synode des Evangelischen Kirchenbezirks Tübingen.

Sein 95-seitiges Buch mit dem Untertitel „Menschen positiv führen“ richtet sich an Amtsträger und Führungskräfte in Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft.

„Ehrlich gesagt: Mir sind beim Schreiben mehr kirchliche als weltliche Beispiele für Macht eingefallen“, bekennt der Autor. Er ist überzeugt, dass es in religiösen Organisationen sogar besondere Machtinstrumente gibt: Für problematisch hält er die Konstellation, dass religiöse Führer mitunter gleichzeitig auch Seelsorger sind. Einen Machtmissbrauch sieht er in der Schaffung von Abhängigkeiten. „Und wenn jemand weltliche durch göttliche Macht legitimiert, dann wird’s gefährlich“, weiß Beck.

„Langfristig korrumpiert Macht die Menschen am allermeisten – mehr als Geld oder alles andere“, hat der Unternehmensberater festgestellt. Deshalb müsse sie innerhalb gegebener Ordnungen ausgeübt werden, die den Machtbereich gleichzeitig definieren und begrenzen. Dann sei Macht aber sinnvoll und positiv, so Beck: „Wem Macht gegeben ist, der soll sie nutzen – wer sie nicht nutzt, der versäumt seine Aufgabe!“ Dazu stellt er in seinem Buch, das „ein richtiges Brevier“ sein soll, einen ganzen „Werkzeugkasten mit Machtinstrumenten“ vor. Darunter gibt es auch ganz unangenehme Werkzeuge wie „Protokolle fälschen“ oder „Neid und Missgunst fördern“. Die müsse man nicht benutzen, sagt Beck, aber man müsse sie kennen, wenn andere sie benutzten: „Bevor ich in den Werkzeugkasten greife, muss ich prüfen, ob das Werkzeug zu mir und meinen Werten passt.“

Zu einem positiven Machtgebrauch gehören für Martin Beck Mut und Selbstkritik, Transparenz und Offenheit, und schließlich – ganz christlich: Demut statt Hochmut. Denn auch der Mächtigste dürfe nicht vergessen: „Wie auch immer die Macht in meine Hände kam – es waren andere Menschen daran beteiligt.“

Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 12.06.2009.


  
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