Bezirkssynode mit Schwerpunkt „Worte finden für den Glauben“

Professor Martin Beck

Professor Martin Beck aus Pliezhausen-Gniebel ist in der Sitzung der Bezirkssynode des Evangelischen Kirchenbezirks Tübingen am Montag, 22. März mit der Brenz-Medaille des Landesbischofs ausgezeichnet worden. Der Reutlinger Prälat Professor Dr. Christian Rose überreichte die Auszeichnung im Auftrag des Landesbischofs im Tübinger Eberhardsgemeindehaus.

Landesbischof Frank Otfried July würdigt damit Martin Becks seit 42 Jahren ununterbrochenes ehrenamtliches Engagement im Evangelischen Kirchenbezirk Tübingen.

Prälat Professor Dr. Christian Rose (links) überreicht Professor Martin Beck die Brenzmedaille
„Sie haben ab ihrem 17. Lebensjahr an unterschiedlichen Stellen die evangelische Kirche im Kirchenbezirk mitgestaltet“, sagte Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer in ihrer Laudatio: „Zuerst in der Gemeinde als Jugendmitarbeiter und Kinderkirchhelfer, viele Jahre im Bezirksjugendwerk, zeitweise als Vorsitzender, dann viele Jahre verantwortlich in der Leitung des Diakonischen Bezirksausschusses, und nun seit 2002 als Vorsitzender der Bezirkssynode.“ Dass der heute 60-jährige Wirtschaftswissenschaftler, Hochschuldozent, Autor und Unternehmensberater auch gerne praktisch tätig sei, zeige seine Aufgabe als Platzwart für die Kirche im Grünen am Roten Tor, so die Dekanin. Prälat Dr. Rose würdigte zudem Becks diakonisches Engagement als stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender der Reutlinger BruderhausDiakonie sowie als Aufsichtsratsmitglied der Zieglerschen Anstalten in Wilhelmsdorf.

„Worte finden für den Glauben“ sei eine zentrale Aufgabe der Kirche, hatte Prälat Dr. Rose bereits in seiner Predigt im Gottesdienst zu Beginn der Synode gesagt. Er bezog sich damit auf das gleich lautende Jahresthema des Evangelischen Kirchenbezirks Tübingen, das den Schwerpunkt der Synode bildete: In 15 Arbeitsgruppen beschäftigten sich die 127 Delegierten aus allen evangelischen Kirchengemeinden des Bezirks sowie die interessierte Öffentlichkeit mit Themen wie „Glaube und Humor“, „Spiritualität im Film“ oder „Milieu und Sprache“.

Pläne für eine Verwaltungsstrukturreform stellte Verwaltungsstellenleiter und Bezirksrechner Martin Schüßler der Synode vor. Bisher arbeiteten im Tübinger Haus der Kirche („Villa Metz“) drei kirchliche Verwaltungen personell getrennt, so Schüßler: Die Kirchenpflege der Gesamtkirchengemeinde, die Kirchenbezirksverwaltung sowie die Kirchliche Verwaltungsstelle Tübingen als Einrichtung der Landeskirche. Diese Trennung werde künftigen Herausforderungen nicht mehr gerecht, deshalb wolle man ein gemeinsames Evangelisches Verwaltungszentrum (EVZ) schaffen. Die bisher bei der Kirchenpflege der Gesamtkirchengemeinde beschäftigten Mitarbeitenden könnten dem bislang favorisierten Modell zufolge dann beim Kirchenbezirk angestellt werden. Aus allen Mitarbeitenden der drei Verwaltungen könnten zwei Fachteams gebildet werden – eines für die Personal- und Gebäudeverwaltung sowie das Energiemanagement und ein zweites für die Finanzen und die elektronische Datenverarbeitung. Zusammen mit Verwaltungsstellenleiter und Bezirksrechner Martin Schüßler solle der noch in diesem Jahr zu wählende neue Kirchenpfleger der Gesamtkirchengemeinde eine Doppelspitze für das EVZ bilden. Kirchenpfleger Wolfgang Dieter geht zum Jahresende in den Ruhestand. Die Verhandlungen mit dem Oberkirchenrat seien noch im Gange, erklärte Schüßler. Die Bezirkssynode ermächtigte die Leitung des Kirchenbezirks, die Planungen weiter voranzutreiben und eine Sitzungsvorlage für die Sommersitzung der Synode vorzubereiten.

Logo Evangelischer Kirchenbezirk TübingenEin neues Logo für den Evangelischen Kirchenbezirk Tübingen präsentierte Pressepfarrer Peter Steinle den Synodalen: Als Zeichen der Zugehörigkeit zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg verwende der Evangelische Kirchenbezirk Tübingen ab sofort das gut eingeführte lila Winkelkreuz der Landeskirche. Dazu habe man den Oberkirchenrat jetzt davon überzeugen können, dieses landeskirchliche Logo unter bestimmten Voraussetzungen auch den Kirchenbezirken und Gemeinden zur Verfügung zu stellen. Bisher sei dies ohne den Schriftzug der Landeskirche nicht gestattet gewesen.

Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer mit den Prädikantinnen Dr. Fauke Junghans und Anne Söhn (von links, Bild: Steinle)
Dr. Frauke Junghans aus Entringen und Anne Söhn aus Kiebingen sind im Gottesdienst zur Eröffnung der Evangelischen Kirchenbezirkssynode am Montag, 22. März in der Tübinger Eberhardskirche von Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer als neue Prädikantinnen im Evangelischen Kirchenbezirk Tübingen eingesetzt worden. Die beiden Frauen können jetzt ehrenamtlich Gottesdienste leiten und Predigten halten.

Die Prädikantinnen und Prädikanten hießen in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg früher Lektorinnen und Lektoren. Sie durchlaufen eine rund 15-monatige Ausbildung. Sie können danach in Gemeinden aushelfen, deren Pfarrer krank sind, dienstfrei haben oder deren Pfarrstellen vorübergehend vakant sind. In Württemberg gibt es über 800 Prädikantinnen und Prädikanten, die jährlich über 9.500 Gottesdienste leiten.

Peter Steinle

Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 23.03.2010.


  
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