Engelsworte in der Kinderklinik

Pfarrerin Gisela Schwager in der Kapelle der Crona-Kliniken

Pfarrerin Gisela Schwager ist im Rahmen eines Gottesdienstes am Freitag, 12. März von Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer als neue Seelsorgerin an der Tübinger Universitäts-Kinderklinik eingesetzt worden. „Engelsworte mit der Einladung zum Leben wie in der biblischen Geschichte vom Propheten Elia gibt es auch in der Kinderklinik“, sagte die neue Klinikpfarrerin in ihrer Antrittspredigt: „Sogar von Wesen ohne Flügel.“

Vor Krisen gebe es keinen Schutz, sagte Pfarrerin Schwager, sie gehörten vielmehr zum Menschsein. Wie der Prophet Elia in die Wüste geflohen sei, so könne man in die Klinik fliehen, um sein Leben zu retten: Die Klinik sei ein Schutzraum, aber auch ein Wüstenort, an dem man oft abgeschnitten sei vom normalen Leben. Gute Worte von Ärzten und Pflegenden, von Angehörigen und Freunden, in der Seelsorge und im Gebet könnten dann zu Engelsworten werden.

Seit ihrem Dienstbeginn im Januar habe Pfarrerin Schwager schon schwere Bewährungsproben gehabt, sagte die Dekanin: Die Klinikseelsorgerin habe Eltern begleitet, deren Kind verstorben sei, und sie habe schwer kranke Kinder sterben sehen. „Von der Kirche erwartet man, dass sie eine Sprache findet, wo andere verstummen, und dass sie Bilder hat, die Halt und Trost geben“, erklärte die Dekanin. Doch trösten könne nur, wer selbst getröstet sei: Sie wünsche der neuen Klinikseelsorgerin deshalb den Trost der Liebe Gottes.

Die geschäftsführende ärztliche Direktorin an der Universitäts-Kinderklinik, Professorin Dr. Ingeborg Krägeloh-Mann, lobte die ökumenische Zusammenarbeit im Klinikseelsorge-Team als „fortschrittlich“. Sie begrüßte Pfarrerin Schwager im interdisziplinären Team der Ärzte, Therapeuten, Pflegenden, Seelsorgerinnen und Seelsorger. „Ihre Arbeit steht für die spirituelle Ebene unseres Tuns“, sagte die Direktorin. Dr. Walter Mihatsch berichtete als Vertreter von Pfarrerin Schwagers bisheriger Dienststelle, dem Diakoniewerk Schwäbisch Hall: „Sie haben die besondere Fähigkeit, ihrem Gesprächspartner Aufmerksamkeit, Freude und Schwung mitzugeben – und am Ende ein Lächeln zu schenken.“

Pfarrerin Gisela Schwager hat im Januar die Nachfolge von Pfarrer Ulrich Mack angetreten, der im Sommer 2009 nach Bad Schussenried gewechselt war. Die 48-Jährige war zuvor Pfarrerin für Unterricht und Seelsorge im Evangelischen Diakoniewerk Schwäbisch Hall und noch früher Gemeindepfarrerin in Stuttgart-Feuerbach gewesen.

www.klinikseelsorge-tuebingen.de

Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 12.03.2010.


  
 Programm der Tübinger Motette zur Internetseite der Webmailberatung  Link zur Info-Seite Kircheneintritt zur Internetseite der Familienbildungsstätte