Osterpredigt von Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer

Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer

„Der Glaube an die Auferstehung vergewissert uns darin, dass der Mensch nicht nur dem Materiellen verhaftet und ausgeliefert ist“, sagte Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer in ihrer Predigt in der Osternachtsfeier am frühen Ostersonntagmorgen in der Tübinger Stiftskirche. Zwar habe die Wissenschaft vom Menschen wunderbare Dinge erforscht, „aber sie sagt uns nicht, wozu wir auf der Welt sind und wozu unser Leben da ist.“

Das irdische Leben sei vielfach bestimmt von der Angst vor den vielen kleinen Verlusten und vor dem großen Verlust, dem Tod, führte die Dekanin in ihrer Auslegung eines Textabschnitts aus dem Kolosserbrief aus: „Fürchtet euch sehr! – lautet die Botschaft der Zeitungen: Vor der Gesundheitsreform, vor der Steuererhöhung, vor den Folgen der Wirtschaftskrise, vor der nächsten Krise, vor der Bedeutungslosigkeit des eigenen Lebens, vor dem Aufdecken der Wahrheit. Fürchtet euch!“ Erst das Leben im Glauben überschreite diese irdische Wirklichkeit, sagte die Dekanin: „Fürchtet euch nicht! sagt der Engel am Grab den Frauen. Fürchtet euch nicht, sagt der Auferstandene, wenn er durch geschlossene Türen zu seinen Freunden in ihr sicheres Versteck tritt. Fürchtet euch nicht!“ Diese himmlische Wirklichkeit sei im Glauben gegenwärtig durch Symbole, Bilder und Geschichten, „die mich aus meiner Berechenbarkeit herausreißen, die mir helfen, größer zu sehen, nach oben. Und befreit zu leben.“ In der Osternacht habe die himmlische Wirklichkeit die irdische „so durchdrungen, dass aus dem Tod neues Leben entsteht – von Gott geschenktes Leben.“

Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 04.04.2010.


  
 Programm der Tübinger Motette zur Internetseite der Webmailberatung  Link zur Info-Seite Kircheneintritt zur Internetseite der Familienbildungsstätte