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Umwelt-Zertifikate für 17 kirchliche und städtische Einrichtungen

Helga Baur (Evangelischer Gemeindedienst, Stuttgart), und Oberbürgermeister Boris Palmer (von links)

Eine „konzertierte Aktion für die Umwelt“ nannte der Tübinger Stiftskirchenpfarrer Dr. Karl Theodor Kleinknecht die Zertifizierung von 17 kirchlichen, diakonischen und städtischen Einrichtungen in Tübingen nach dem europäischen Umweltstandard „Environmental Management and Audit Scheme“ (EMAS).

Oberbürgermeister Boris Palmer überreichte am Montag, 19. Juli auf dem Tübinger Marktplatz die EMAS-Zertifikate; für die kirchlichen Einrichtungen gab’s zusätzlich auch die kirchliche Umweltauszeichnung „Grüner Gockel“.

In einem rund einjährigen externen Beratungsprozess hatten die 17 Einrichtungen ihr Umweltverhalten offen gelegt und systematisch nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht. Sie hatten Umweltziele und Maßnahmen zum Umweltschutz erarbeitet unter aktiver Beteiligung der Mitarbeitenden, Besucher, Lieferanten und Partner. „Eine Energieersparnis von rund 80 Prozent ohne Komfortverlust ist möglich“, sagt Bildungsreferentin Helga Baur vom Umweltbüro der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, die die kirchlichen Einrichtungen betreute: „30 Prozent Energieersparnis können durch einen Bewusstseinswandel der Mitarbeitenden erreicht werden wie beispielsweise das konsequente Schließen von Türen oder das kurze Stoßlüften bei abgeschalteter Heizung. Weitere 50 Prozent sparen wir ein durch bauliche Maßnahmen wie Wärmedämmungen oder sparsamere Heizungen.“

Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Reutlingen, Dr. Wolfgang Epp, sagte: „Ein Konvoi mit 17 teilnehmenden Einrichtungen ist Rekord; das hatten wir noch nie.“ Am Konvoi beteiligten sich die sechs evangelischen Kirchengemeinden Stephanuskirche Tübingen, Jakobuskirche Tübingen, Pfrondorf, Lustnau, Kusterdingen und Bodelshausen, die Tübinger katholische Kirchengemeinde St. Johannes, das Deutsche Institut für ärztliche Mission (Difäm) mit Paul-Lechler-Klinik, Arzneimittelhilfe, Geschäftsstelle und Gästehaus Albblick, das Evangelische Stift, das Umweltzentrum Tübingen, das Uhlandgymnasium, die Kinderhäuser Horemer und Feuerhägle sowie der städtische Fachbereich Tiefbau und die Stadtgärtnerei. Insgesamt waren rund 480 Mitarbeitende beteiligt.

Der Tübinger EMAS-Konvoi wurde finanziell unterstützt vom Umweltministerium Baden-Württemberg. Für Helga Baur ist die Beteiligung der evangelischen Kirche auch eine Frage der Glaubwürdigkeit: „Bei der Bewahrung der Schöpfung wollen wir ja auch das tun, was wir predigen.“

Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 20.07.2010.


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