Verabschiedung von Psychiatrie-Seelsorger Christoph Schuler

Pfarrer Christoph Schuler

Der evangelische Krankenhauspfarrer Christoph Schuler ist am Freitag, 23. Juli mit einer Segensliturgie in der Bibliothek der Psychiatrischen Universitätsklinik in den Ruhestand verabschiedet worden. Er war seit 1993 Klinikseelsorger an der Psychiatrie, zuletzt auch in der Neurochirurgie.

Den Segen Gottes zugesprochen zu bekommen sei für viele der Patientinnen und Patienten in der Psychiatrie ein existenzielles Bedürfnis gewesen, berichtete der scheidende Seelsorger. Er sei diesem Wunsch immer gerne nachgekommen. Als „Faszinosum der Seelsorge wie sicherlich auch der Therapie“ bezeichnete Schuler die Erfahrung, „wie Menschen sich verwandeln können durch eine Begegnung, wie ein Weg sichtbar wird, wo vorher nur das Chaos herrscht.“ Sein größter Dank galt den Patientinnen und Patienten: „Von ihnen habe ich am meisten gelernt“, bekannte Schuler.

„Für mich war immer deutlich, dass Ihr Herz bei der Psychiatrie schlägt“, sagte die Tübinger Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer in ihrem Abschiedswort. Pfarrer Schuler habe sich von der Erkenntnis leiten lassen, dass die Kernzielgruppe des heilenden Handelns Jesu die psychisch Kranken seien. Chefarzt Professor Dr. Andreas Fallgatter dankte dem scheidenden Seelsorger für seine „außerordentlich einfühlsame Tätigkeit“. Er könne sich vorstellen, dass der Ruhestand von Pfarrer Schuler einen großen Verlust für viele Patienten bedeute, erklärte der Chefarzt.

Pfarrer Christoph Schuler mit Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer, im Hintergrund Pianist Wolfgang Beck



Pfarrer Christoph Schuler mit Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer, im Hintergrund Pianist Wolfgang Beck (Foto: Steinle)

Christoph Schuler hatte seine erste Pfarrstelle 1975 in Oberkollbach im Landkreis Calw angetreten. 1983 wurde er Krankenhauspfarrer an der Landesklinik Nordschwarzwald in Calw-Hirsau, zehn Jahre später wechselte er in gleicher Funktion an die Psychiatrische Universitätsklinik Tübingen. Mit einem Teil seines Dienstauftrags war er hier auch für das Klinische Ethik-Komitee und die Ethik-Beratung zuständig. Die Nachfolge von Pfarrer Christoph Schuler wird voraussichtlich im Spätherbst der bisherige Gemeindepfarrer von Tübingen-Kilchberg, Friedemann Bresch, antreten.

Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 23.07.2010.


  
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