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Sanierung der Stiftskirche: Stadt verdoppelt private Spenden
Wer auf der Suche nach einer sinnvollen Spendenmöglichkeit ist, kann seinen geplanten Einsatz verdoppeln: Für jeden Euro, der ab jetzt für die Sanierung der Stiftskirche gespendet wird, legt die Universitätsstadt Tübingen einen städtischen Euro oben drauf. Dies gilt so lange, bis eine Summe von 200.000 Euro zusammenkommt, die derzeit noch für den Abschluss der Sanierungsarbeiten fehlen.
„Wir hoffen, damit einen Anreiz für weitere Spenden zu schaffen“, erklärte der Erste Bürgermeister Michael Lucke das Engagement der Universitätsstadt. „Die Kooperation zwischen Stadt und Kirche beim Unterhalt der Stiftskirche hat eine lange und gute Tradition. Das Kirchenschiff ist der größte Konzertsaal der Stadt, und die Stiftskirche prägt als eines unserer schönsten Kulturdenkmäler seit Jahrhunderten das Stadtbild“, hob er hervor. Deshalb hatte er gemeinsam mit Oberbürgermeister Boris Palmer dafür geworben, dass die Stadt sich über die vertraglichen Verpflichtungen hinaus jetzt noch einmal an den enormen Kosten der Sanierung beteiligt.
Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer lobte die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Stadt. Sie hatte die Stadt im Namen der Gesamtkirchengemeinde um Unterstützung gebeten und war auf offene Ohren gestoßen. „Wir empfehlen deshalb allen, die für die Stiftskirche spenden wollen, hierfür ab sofort das städtische Spendenkonto zu nutzen“, sagte die Dekanin.
Seit 2008 wird die Stiftskirche in drei Bauabschnitten saniert, erläuterte Pfarrer Karl Theodor Kleinknecht. Starke Risse hatten sich seit den 1960er Jahren bemerkbar gemacht. Messungen zeigten, dass diese keineswegs zum Stillstand gekommen waren, wie ursprünglich angenommen. Zudem hatte die letzte Sanierung aus dem Jahr 1934 ungeahnte Spätfolgen nach sich gezogen: Die damals verwendeten Metallplatten sind inzwischen stark korrodiert und beschädigen den Stein stärker als je zuvor. So mussten die ursprünglichen Sanierungspläne erweitert und die Kirche von außen rundum saniert werden, um weitere Spätfolgen zu verhindern. Zahlreiche weitere „Überraschungen“, bei denen erhebliche zunächst verborgene Schäden entdeckt wurden, verzögerten und verteuerten den Bauablauf noch mehr. Die Folge: Nach der derzeitigen Kostenschätzung wird die gesamte Sanierung rund 1,45 Millionen Euro kosten. Diese verteilen sich bereits auf viele Schultern (siehe Anlage) und dennoch bleibt die Lücke von 200.000 Euro. Wenn diese mit Hilfe weiterer Spenden und deren Aufstockung aus dem städtischen Matching Fond geschlossen wird, kann die Sanierung der Außenfassade voraussichtlich im kommenden Jahr abgeschlossen werden.
Sabine Schmincke, Pressesprecherin der Stadt Tübingen
Sanierung der Stiftskirche: Zahlen zum Umbau, Hinweis auf Spendenkonten
Drei Bauabschnitte
2008/ 2009 |
Südseite (Neckar) |
Kirche |
280.000 Euro |
2010/ 2011 |
Westseite/ Turm |
Kirche und Stadt |
720.000 Euro |
2011/ 2012 |
Nordseite (Holzmarkt) |
Kirche |
450.000 Euro |
1.450.000 Euro |
Vierter Bauabschnitt in Vorbereitung
2012/ 2013? |
Chor |
Land Ba-Wü |
In Planung |
Finanzierung
-Die Stadt trägt aufgrund von alten Rechten der Turmnutzung die Baulast für den Turm oberhalb der Glocken (230.000 Euro in Bauabschnitt 2).
-Das Land Baden-Württemberg trägt aufgrund der herzoglichen Grablege die Baulast für den Chor der Stiftskirche.
-Die Baustelle wurde mit allen drei Beteiligten geplant.
Kostenaufteilung
Gesamtkosten (ohne Chor)1.447.781 Euro
Zuschuss Landesdenkmalamt 128.550 Euro
Zuschuss Denkmalstiftung Baden-Württemberg 80.000 Euro
Zuweisung Evangelische Landeskirche Baden-Württemberg 308.200 Euro
Zuweisung Kirchenbezirk Tübingen 91.200 Euro
Zuweisung Stadt 230.000 Euro
Eigenanteil Gesamtkirchengemeinde Tübingen 200.000 Euro
Eingeworbene Spenden (Stand August 2011) 198.400 Euro
Verbleibende Finanzierungslücke 211.431 Euro
Spendenkonto
Kreissparkasse Tübingen (641 500 20): Konto 426
Volksbank Tübingen (BLZ 641 901 10) Konto: 1 416 006
Postbank Stuttgart (BLZ 600 100 70) Konto:894-702
Volksbank Ammerbuch (BLZ 641 613 97) Konto:61 036 005
Stichwort „Spende für Stiftskirche“ nicht vergessen. Bitte Adresse angeben, falls eine Spendenbescheinigung gewünscht wird.
Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 16.12.2011.
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