Bezirkssynode will Diakonenstellen erhalten

Evangelische Bezirkssynode Tübingen
Die 16 vollen Diakonenstellen im Evangelischen Kirchenbezirk Tübingen sollen bis 2018 möglichst in vollem Umfang erhalten bleiben. Einen entsprechenden Diakonatsplan diskutierten die 127 Delegierten aus allen Gemeinden des Evangelischen Kirchenbezirks Tübingen bei ihrer Sommersynode am Montag, 9. Juli im Eberhardsgemeindehaus.

Die Zielstellenzahl von 16 vollen Stellen könne im Falle knapper Kassen jedoch von der Bezirkssynode um bis zu anderthalb Stellen auf 14,5 Stellen gekürzt werden, erinnerte die Leitende Diakonin Renate Haug an einen entsprechenden Synodalbeschluss vom März. Eine Umstrukturierung sei im Gemeindediakonat vorgesehen, wo ab 2013 die teilweise Co-Finanzierung aus landeskirchlichen Mitteln auslaufe: 95 Stellenprozente sollten gekürzt werden, indem vier Kirchengemeinden jeweils fünf Stellenprozente verlören und die Diakonenstellen in den drei Kirchengemeinden Pliezhausen, Rottenburg und Ofterdingen von 50 auf 25 Prozent gekürzt würden. Umgekehrt sollten 96 neue Stellenprozente eingerichtet werden für gemeindliche oder übergemeindliche diakonische Projekte mit mindestens dreijähriger Laufzeit. Die Gemeinden müssten sich zur Hälfte an den Personalkosten beteiligen, führte Diakonin Haug aus. Eine Entscheidung über den Diakonatsplan 2018 soll bei der Herbstsynode im November fallen.

Den Spendenzweck für das so genannte Bezirksopfer, eine in allen Kirchengemeinden einmal jährlich einzusammelnde Kollekte, legten die Synodalen gleich für zwei Jahre fest: 2012 soll auf Antrag von Schuldekan Hans-Joachim Heese ein Teilhabefonds für benachteiligte Kinder in Kindertagesstätten eingerichtet werden, das Bezirksopfer 2013 soll die Seelsorge an Gefangenen in der Tübinger Untersuchungshaft unterstützen.

Eine Budgetierung der Gesamtkirchengemeinde Tübingen beschlossen die Delegierten mit großer Mehrheit: Bis Ende 2015 soll die Gesamtkirchengemeinde jeweils 24,1 Prozent der Kirchensteuerzuweisung aller Bezirks-Gemeinden für ihren Haushalt bekommen. Dies vereinfache die Verwaltungsabläufe, erklärte der stellvertretende Verwaltungsstellenleiter Matthias Röckle.

„Fromm sind wir selber, aber Ordnung brauchen wir trotzdem.“ – Das war das launige Resümee des Synodalvorsitzenden Professor Martin Beck in seinem Rückblick auf die zu Ende gehende Amtszeit von Dekanin Dr. Marie-Luise Kling-de Lazzer. Er und die Rottenburger Kirchengemeinderatsvorsitzende Heide Mattheis dankten der scheidenden Dekanin in teils sehr persönlichen Worten. Deren offizielle Verabschiedung ist am kommenden Sonntag, 15. Juli um elf Uhr im Gottesdienst in der Stiftskirche.

Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 10.07.2012.