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Tübinger Kirchengeschichtler Wilfrid Werbeck verstorben

Der Tübinger Kirchenhistoriker Wilfrid Werbeck ist am 10. Januar im Alter von 86 Jahren verstorben. Der in Wuppertal geborene und in Berlin aufgewachsene Pfarrersohn und spätere Theologieprofessor war rund 40 Jahre lang in Tübingen wissenschaftlich tätig.

Gleich nach seinem Examen wurde er erster Assistent von Gerhard Ebeling, folgte ihm 1956 von Tübingen an die Universität Zürich und kehrte ein Jahr später in die Neckarstadt zurück. Werbeck übernahm dort die Redaktion der dritten Auflage des Handwörterbuchs „Die Religion in Geschichte und Gegenwart“ (RGG). 25 Jahre lang, von 1963 bis 1988, betreute er als Redakteur die „Zeitschrift für Theologie und Kirche“. Er schrieb mehrere Artikel und vor allem zahlreiche Bibliographien zur Auslegungsgeschichte der Bibel.

Ein Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit liegt in der Theologiegeschichte des Spätmittelalters. Ulrich Köpf, Professor für Kirchengeschichte und Direktor des Instituts für Spätmittelalter und Reformation an der Universität Tübingen, schrieb 1993 zu Werbecks Abschied in den Ruhestand: „In einer bewundernswerten wissenschaftlichen Leistung hat Werbeck durch die meisterhafte Edition und durch mustergültige Texterschließung scholastische Lehrbücher zugänglich gemacht, die für das Verständnis der spätmittelalterlichen Theologiegeschichte, der Voraussetzungen Martin Luthers und der Anfänge einer Tübinger Theologie am Ausgang des 15. Jahrhunderts gleichermaßen grundlegende Bedeutung besitzen.

Die Beerdigung findet am Freitag, 22. Januar um 13 Uhr auf dem Friedhof in Derendingen statt.

Text: Christian Tsalos / Aktualisierung: Peter Steinle

Geschrieben am 13.01.2016.


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