Reformationsjubiläum als ökumenisch verbindendes Ereignis

Das bevorstehende Jubiläum „500 Jahre Reformation“ im Jahr 2017 wolle die evangelische Kirche – anders als in früheren Jahrhunderten – nicht in Abgrenzung, sondern in ökumenischer Verbundenheit feiern, sagte die landeskirchliche Beauftragte für das Reformationsjubiläum, Kirchenrätin Dr. Christiane Kohler-Weiß (Bild), am Montag, 14. März in Tübingen. Bei der öffentlichen Sitzung der evangelischen Bezirkssynode erläuterte sie den 126 Delegierten aus allen Gemeinden des Kirchenbezirks, welche Unterstützungen und Materialien die Gemeinden für ihre lokalen Jubiläumsveranstaltungen bekommen.

Ein „Ideenheft zur Vorbereitung des Jubiläumsjahres“ ist bereits an alle Kirchengemeinden verteilt worden, daraus empfahl Dr. Kohler-Weiß sechs Veranstaltungen, die in möglichst allen Kirchengemeinden durchgeführt werden könnten: Ein Ökumenischer Gottesdienst am 31. Oktober 2016 könne den Auftakt des Jubiläumsjahres bilden. Ein Ökumenischer Bußtagsgottesdienst in der Passionszeit 2017 könne zur Versöhnung und Verständigung zwischen den Kirchen und Gemeinden verschiedener Konfessionen aufrufen. Am 12. und 13. Mai 2017 solle eine „Nacht der Freiheit“ das Motto des Jubiläumsjahres „…da ist Freiheit“ aufnehmen: Mit Vertretern aus Kommunen und Vereinen könne man ins Gespräch darüber kommen, wie innere Freiheit entstehe durch den Glauben an Jesus Christus. Bei der Aktion „Baden-Württemberg liest Luther“ könne im Mai oder Juni 2017 die Lektüre von Martin Luthers Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ begleitet werden durch Vorträge oder Diskussionsforen. Am Pfingstmontag, 5. Juni 2017 könne ein Ökumenischer Dankgottesdienst einen Anlass dafür geben, für die vielen positiven Erfahrungen praktisch gelebter Ökumene am Ort und weltweit zu danken. Schließlich seien alle evangelischen Kirchengemeinden gebeten, am Dienstag, 31. Oktober 2017, der wegen des 500-Jahre-Jubiläums ein gesetzlicher und damit arbeitsfreier Feiertag sei, vormittags um zehn Uhr Gottesdienste zum Reformationsjubiläum zu feiern.

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Dekanin Elisabeth Hege berichtete, dass Tübingen von der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa als eine von vier Städten in Württemberg mit dem Titel „Reformationsstadt Europas“ ausgezeichnet wurde. Damit wird Tübingen Teil des „europäischen Stationenwegs“ zum Reformationsjubiläum: Am Samstag, 17. Dezember 2016 wird ein so genanntes „Geschichtenmobil“ – „das ist ein 40-Tonner!“, erklärte Dekanin Hege – auf dem Tübinger Haagtorplatz Station machen. Bereits am Vorabend findet im Evangelischen Stift eine Podiumsdiskussion mit Landesbischof Frank Otfried July statt zum Thema „Beitrag der Reformation zur Bildung“. Am Samstag sollten Veranstaltungen in der Burse, im Rathaus, im Schloss und in der Stiftskirche an die historischen Stätten der Reformation in Tübingen erinnern.

Erwachsenenbildungsreferentin Karola Vollmer berichtete, die Kirchengemeinden des Bezirks veranstalteten im Jubiläumsjahr Kindermusicals, Tischreden und Frauenmahle, einige Gemeinden erforschten auch ihre eigene Reformationsgeschichte. Sie rief die Gemeinden dazu auf, noch mehr externe Kooperationen – beispielsweise mit Vereinen – zu suchen und mehr auch den öffentlichen Raum zu bespielen. Als Vorbild nannte Vollmer die Kirchengemeinde Hagelloch, die 95 Thesen öffentlich aufhängen wolle.

Dekanin Hege lud die Kirchengemeinden zum Jahresfest des Gustav-Adolf-Werks ein, für das der Evangelische Kirchenbezirk Tübingen in diesem Jahr am 4. und 5. Juni in Rottenburg Gastgeber sein werde. Das Diasporawerk der evangelischen Kirche unterstütze evangelische Minderheiten weltweit, berichtete Dekanin Hege. Zum Fest würden deshalb Gäste aus Württemberg, Deutschland und der ganzen Welt erwartet. Sie rief die Kirchengemeinden dazu auf, private Übernachtungsquartiere zur Verfügung zu stellen.

Im Rahmen eines Gottesdienstes zu Beginn der Bezirkssynode beauftragte Dekanin Elisabeth Hege zwölf ehrenamtliche Prädikantinnen und Prädikanten mit dem Dienst der Wortverkündigung: Birgit Auth-Hofmann, Sarah Bez, Marcel Brenner, Johanna Dinkel, Horst Haar, Dr. Frauke Junghans, Ulrich Knatz, Werner Kremers, Dr. Wilfried Lagler, Wilhelm Merk, Dr. Ralf Peters und Dr. Heinrich Stadelmaier. Die Prädikantin Dr. Christine Väterlein ermächtigte Dekanin Hege zur Durchführung von Sakramentsgottesdiensten.

Geschrieben von Pressepfarrer Peter Steinle am 15.03.2016.


  
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