Aktuelle Nachrichten

Schuldekan tröstet enttäuschte Schüler

„Die vermeintlich Schwachen fallen oft durch“, sagt Hans-Joachim Heese. Deshalb beschenkt der Tübinger Schuldekan am letzten Schultag nicht die Einser-Schüler, wie das etwa manche Einzelhändler tun, sondern Mädchen und Jungs mit einem Zeugnisdurchschnitt von Vier oder schlechter. Wenn sie am kommenden Mittwoch zwischen 14 und 16 Uhr mit ihrem Zeugnis ins Haus der Kirche (Hechinger Straße 13) kommen, überreicht Heese ihnen zum Trost eine Tafel Schokolade.

„Das Leistungsdenken muss man auch mal hinterfragen“, nennt Heese den Grund für seine Aktion. Wer notenmäßig nicht gut sei, könne in anderen Lebensbereichen überdurchschnittliche Qualitäten zeigen, ist der Theologe und Religionspädagoge überzeugt. „Es gibt Kompetenzen, die kommen in der Schule nicht vor“, so Heese. Deshalb redet er auch nicht von schwachen, sondern von „vermeintlich schwachen“ Schülern. Heese hofft, durch seine Aktion auch betroffenen Eltern einen Denkanstoß zu geben und sie etwas milder zu stimmen.

Im Büro des Schuldekans stehen schon drei große Kartons mit der Schokolade eines namhaften Herstellers in den Geschmacksrichtungen Eiskako-Creme, Pink Grapefruit und Brombeer Joghurt. Davon gibt es am Zeugnistag, solange der Vorrat reicht. Auch Schülerinnen und Schüler, die am Schuljahrsende keine Noten, sondern eine Verbalbeurteilung bekommen haben, dürfen kommen. Voraussetzung: Sie muss schlecht ausgefallen sein.

Geschrieben von Andreas Föhl am 21.07.2017.


Weitersagen:


Mehr aktuelle Nachrichten