Gottes Licht durchdringt die Dunkelheit

Gottes Licht durchdringe die tiefste Dunkelheit und schenke Hoffnung „für uns und unsere Welt“, sagte Dekanin Elisabeth Hege in ihrer Predigt am Heiligen Abend. In der Christvesper um 17 Uhr sowie in drei weiteren Gottesdiensten in der Tübinger Stiftskirche feierten insgesamt rund 4000 Menschen am 24. Dezember die Geburt Jesu Christi.

Die weihnachtliche Botschaft vom „Licht, das noch tiefstes Dunkel durchdringt“, findet sich schon im Alten Testament, zeigte die Dekanin anhand des Predigttextes aus dem neunten Kapitel des Jesaja-Buches. „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht“, heißt es dort. Der Prophet Jesaja verbindet die Hoffnung auf Gerechtigkeit und Frieden mit der Geburt eines königlichen Kindes. Dieses Bild des Jesaja sei „ein Grundton, der einmal angeschlagen, nicht mehr verklingt“, so Hege.

Die Dekanin wies darauf hin, dass sich die Lichter der Welt nur punktuell und für begrenzte Zeit auf Leid und Ungerechtigkeit richteten und nannte als Beispiele über das Mittelmeer geflüchtete Menschen oder Näherinnen in Bangladesch. Eine Zeit lang wachse dann „die Hoffnung auf bessere, menschengerechte Regeln“. Aber wenn sich die Schweinwerfer auf andere Brennpunkte richteten, machten sich „wieder Ernüchterung und Enttäuschung breit“, so Hege.

Demgegenüber erhelle „Gottes brennende Sorge um seine Menschen“ auch „anderes, als wir im Blick haben“, betonte die Dekanin. „Jenes unerwartete Licht göttlichen Erbarmens, seines Friedens und seiner Gerechtigkeit, das Jesaja hat aufleuchten sehen, wird nicht kleiner und verlischt nicht“, sagte Hege, „es reicht bis zu den Feldern von Bethlehem und bis zu uns“.

Musikalisch gestaltet wurde die Christvesper von der Kantorei der Stiftskirche und Ingo Bredenbach an der Orgel.

Geschrieben von Andreas Föhl am 26.12.2017.