Zur Besetzung des Gebäudes Neckarhalde 2

Für die Gremien der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Tübingen sind die politischen Anliegen, die von Freitag bis Sonntag zur Besetzung des ehemaligen Hotels Hospiz geführt haben, nachvollziehbar. Allerdings steht das Gebäude Neckarhalde 2 weder für überteuerten Wohnraum noch für Wohnungsleerstand.

Bis Ende 2017 wurde das Gebäude als Hotel genutzt. Der Hotelbetrieb konnte nicht weiterlaufen, weil das Haus nicht mehr den Brandschutzbestimmungen entsprach. Zudem war das Gebäude stark sanierungsbedürftig. Die Gesamtkirchengemeinde verfügt nicht über die Mittel für die notwendige Sanierung, daher wurde der Beschluss gefasst, das Gebäude zu verkaufen.

Ein Gebäude dieser Größe verkauft sich nicht von heute auf morgen. Dazu kam, dass die Stadt Tübingen Interesse signalisierte, in dem Gebäude wieder einen Hotelbetrieb anzusiedeln. Das hat sich nach mehreren Monaten der Investorensuche als nicht realisierbar herausgestellt. Der Verkauf erfolgt daher jetzt zum frühestmöglichen Zeitpunkt.

Den Zuschlag erhielt eine Familie, die das Haus sanieren, energetisch erneuern und dann dort bezahlbaren Wohnraum für Studierende schaffen möchte. Dies hat die Evangelische Gesamtkirchengemeinde in einer Pressemitteilung vom 28. November öffentlich gemacht.

Begründet wurde die Besetzung mit der Annahme, wie in einer Pressemeldung zu lesen war, „dass nach einem Umbau die Zimmer als teure Appartements verkauft würden“. Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde sieht keinen Grund anzunehmen, dass die Käufer das von ihnen angekündigte Ziel nicht realisieren. Dass die Käufer nicht namentlich genannt werden wollen, ist bei Immobilienverkäufen üblich und wird von der Gesamtkirchengemeinde respektiert.

Dekanin Elisabeth Hege

Geschrieben von Dekanin Elisabeth Hege am 18.12.2018.